Der niederländische Partnerverein der NRW-Judoka, das Sportinstitut Verhagen, veranstaltete am 22. und 23. November 2024 in der Sporthalle „de Wetteling“ in Venray bereits zum zweiten Mal das Europäische Get-Together-Turnier der EJU.
Insgesamt nahmen rund 200 Judoka aus 20 Nationen, darunter auch eine Delegation aus Australien, an diesem Event teil. Aus Nordrhein-Westfalen reisten etwa 20 ID-Judoka zu diesem besonderen Turnier.
Im Adaptive Judo kämpfen Judoka mit geistiger Behinderung, Lernbehinderung, Autismus, Down-Syndrom, Körperbehinderungen und weiteren Einschränkungen nicht nach Art ihrer Behinderung getrennt. Stattdessen treten sie gemeinsam an, wobei die Differenzierung in fünf Wettkampfklassen nach motorischen Fähigkeiten erfolgt. Eine Herausforderung des Adaptive Judo besteht darin, dass es derzeit keine klaren Ausschlusskriterien gibt. Prinzipiell kann jeder Judoka, der*die sich in irgendeiner Weise beeinträchtigt fühlt, teilnehmen. So ist es beispielsweise bemerkenswert, dass ein englischer Judoka mit einem Bachelor-Abschluss regelmäßig an diesen Turnieren teilnimmt.
Die Einteilung der Athlet*innen in die fünf Wettkampfklassen, die am ersten Turniertag stattfand, spielte daher eine zentrale Rolle. Die Qualifikationseinheiten wurden von Virtus-Judo-Direktorin Kerry Tansey aus Großbritannien geleitet. Anwesende nationale Trainer*innen beobachteten und überprüften die Zuordnung der Wettkampfklassen, um gegebenenfalls Korrekturen vorzunehmen.
Am zweiten Tag fanden die Wettkämpfe in den fünf ermittelten Wettkampfklassen statt. Da aus Nordrhein-Westfalen ausschließlich ID-Judoka – also Athlet*innen mit geistiger Behinderung – an den Start gingen, starteten viele von ihnen in einer Wettkampfklasse tiefer. In der höchsten Wettkampfklasse I trat als einziger Deutscher Patrick Barendonk vom Budokan Bocholt in der Gewichtsklasse bis 66 kg an. Patrick zeigte eine herausragende Leistung, gewann überraschend seine Klasse und belegte den 1. Platz.
Ein weiterer Sieg für das NRW-Team gelang in der Wettkampfklasse 3 bis 73 kg. Hier konnte Ben Musaeus aus Hückeswagen seinen Vorjahressieg wiederholen und erneut die Goldmedaille gewinnen. Eine weitere Goldmedaille holte Marvin Offermann von Eintracht Mülheim in der Wettkampfklasse 4 bis 73 kg.
Für Eintracht Mülheim, die mit zahlreichen ID-Judoka antraten, gab es zudem viele hervorragende Platzierungen:
- Zweite Plätze: Solomon Schramm, Marina Kamphausen, Marc Behrendt, Daniil Shimon, Philipp Loh.
- Dritte Plätze: Lisa Heise, Tom-Lukas Kneisel, Caspar Schlicht, Christine Leibnitz, Sven Tschinkel und Isabel Agbaglo.
- Vierte Plätze: Lars Filipiak und Noel Becker.
Ein großes Kompliment geht an die Gastgeber*innen des Sportinstituts Verhagen, die es meisterhaft schafften, dieses riesige Turnier auf sechs Wettkampfmatten nahezu fehlerfrei und in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen durchzuführen.
Landestrainer Frank Schuhknecht zeigte sich beim letzten Judo-Turnier des Jahres sehr zufrieden mit den Erfolgen seiner Schützlinge, insbesondere mit den starken Leistungen der jungen Nachwuchs-Judoka.
Zum Abschluss des Turniers fand am Abend im Veranstaltungshotel Astoria in Venray ein Festabend mit einem großen Buffet für die zahlreichen internationalen Gäste statt, die am nächsten Morgen ihre Heimreise antraten.
Bericht & Fotos: Wolfgang Janko