Liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde,
ein beeindruckendes Sportjahr, dessen unbestrittener Höhepunkt für uns die Paralympics in Paris waren, liegt hinter uns. Doch nicht nur dieses Highlight des Leistungssports, bei dem unsere Athlet*innen glänzen konnten, ist bemerkenswert. Auch in anderen Bereichen des Sports und der Verbandsarbeit ist viel passiert, auf das ich hier noch einmal eingehen möchte. Mit einem Resümee unserer aller Arbeit können wird dann Zukunftsperspektiven aufzeigen und Ziele unserer weiteren Arbeit benennen.
Wir sind nicht allein
Wer Dinge zum Guten verändern will, hat es als Einzelkämpfer schwer. (Die politische Situation auf der Welt zeigt: Andersherum scheint es einfacher zu sein!) Daher ist der BRSNW seit jeher bemüht, mit anderen Verbänden, Institutionen und Einrichtungen zu kooperieren, Ideen zu entwickeln und mit gebündelten Kräften die Ziele zu verfolgen, die Menschen mit Behinderung und ihrer gesellschaftlichen Inklusion dienen.
Die Kooperation „Auf einer Wellenlänge -inklusiv aktiv“ des BRSNW und des Schwimmverbandes NRW (SV NRW) war schon in der Vergangenheit ein gutes Beispiel dafür. Neu war in diesem Jahr eine besondere Fortbildung zum Thema "Grundlagen der Gebärdensprache im Sport", die großen Anklang gefunden hat. Der Schwerpunkt lag auf der praktischen Umsetzung von Konversation in verschiedenen Sportumgebungen wie Turnhallen, Schwimmbädern und Sportplätzen.
Inklusion, auf die wir ein besonderes Augenmerk haben, ist auch in der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen ein wichtiges Thema. Mit dem Sportbildungswerk NRW e.V. bot der BRSNW eine Fortbildung zum inklusiven Tanzen in Aachen an. Mit dem Kreissportbund (KSB) Emsland wurde eine Qualifizierung zum Inklusionscoach Schwimmen durchgeführt, die Menschen mit und ohne Behinderung eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilnahme an Anfängerschwimmkursen ermöglichen sollte. In einer neuen Kooperation mit der Universität Paderborn entstand die Idee, zehn Lehramts-Studierenden die Ausbildung zum Inklusionscoach zu ermöglichen. Gemeinsam mit Dr. Sabine Radtke, die Professorin für Inklusion im Sport an der Universität ist, realisierte Projektleiterin Carolin Birke vom BRSNW diesen Plan.
Nachwuchsförderung
Kooperationen, Fort- und Ausbildungen - wie die oben genannten - sind wichtige Bausteine, wenn man Multiplikator*innen gewinnen möchte, um die Menschen, die noch nicht sportlich aktiv sind, für Bewegung, Spiel und Sport zu begeistern.
Eine neue Eventreihe des BRSNW versuchte genau das. „Et toi?“ (franz. „Und Du?“ – passend zu den Paralympics in Frankreich) bot die Möglichkeit einfach einmal ausprobieren, was man spontan in einfachen Disziplinen (Tischtennis, Rudern, Leichtathletik) leisten kann. Mit oder ohne Handicap und im Vergleich mit gestandenen Sportler*innen im Behindertensport.
Veranstaltungen mit ähnlichen Zielsetzungen fanden, organisiert durch engagierte Mitgliedsvereine oder den Verband selbst, im Rollstuhlbasketball, im Skisport, Tennis, Tischtennis, Surfen (Wellenreiten), Sportschießen, Kanufahren, Fußball, Leichtathletik, Schwimmen u.a.m. statt. Die Anzahl der Personen, die sich bei zahlreichen Terminen dafür interessiert und etwas ausprobiert haben, war hoch. Ich bin sicher, dass einige Aktive den Weg in unsere Vereine finden werden, wo sie ihren Interessen entsprechend Freizeit- und Breitensport betreiben oder sich sogar für eine leistungssportliche Karriere begeistern können.
Leistungssport/Paralympics
Wir nähern uns dem oben erwähntem sportlichem Höhepunkt des Jahres.
Im leistungssportlichen Bereich gehören viele unserer Athlet*innen zur Weltspitze. Die „Generalproben“ im Vorfeld der Paralympics etwa bei der Leichtathletik Weltmeisterschaft in Paris oder der Schwimm-EM auf Madeira, bei der Taliso Engel auf seiner Paradestrecke über100 Meter Brust einen sensationellen Weltrekord aufstellte, ließen für die Paralympics hoffen.
Die Mannschaft, die NRW in Paris vertreten durfte, umfasste einen stattlichen Kader von 38 (von insges. 143) Athlet*innen.
„Wir sind sehr stolz auf unsere große NRW-Mannschaft. Aussichtsreiche Athlet*innen in derart vielen Sportarten nach Paris entsenden zu dürfen, ist Ausdruck für die Angebotsvielfalt unserer Vereine und belegt die erfolgreiche Arbeit im Paralympischen Zentrum NRW“, sagt Anja Surmann, im BRSNW-Vorstand zuständig für den Leistungssport.
Auch wenn letztlich nicht alle Medaillenhoffnungen in Erfüllung gingen: Die Paralympics waren für die NRW-Athlet*innen ein riesiger Erfolg, der u.a. im Deutschen Haus beim NRW-Abend gebührend gefeiert wurde. Dank und Respekt gelten allen unseren Aktiven aus NRW, die unser Land würdig vertreten haben. Besonders danken möchte ich Anja Surmann und Laura Löffler, die durch ihren unermüdlichen und zielführenden Einsatz für die Leistungssportförderung in unserem Verband wesentliche Grundsteine gelegt haben. Auf unser Internetseite www.brsnw.de finden Sie weitere interessante Informationen und Ergebnisse zu den Spielen in Paris.
Eine schöne Anerkennung seiner Arbeit erhielt Hannes Doesseler, langjähriger Mitarbeiter des BRSNW und jetziger Bundesstützpunkttrainer Tischtennis in Düsseldorf. Er wurde vom Verband Deutscher Tischtennistrainer (VDTT) zum „Trainer des Jahres 2023/24“ gewählt. Mit der Wahl wurden Doesselers Leistungen und allen voran seine Verdienste um den Para Tischtennissport in Deutschland gewürdigt. Die offizielle Ehrung findet im Januar statt. Aber jetzt schon: „Herzlichen Glückwunsch Hannes!!!“
Ein Sportereignis wie die Paralympics „direkt“ vor der Haustüre erforderte natürlich besondere Maßnahmen des Verbandes, um auch interessierten Menschen, die nicht die Möglichkeit hatten, nach Paris zu reisen, paralympische Atmosphäre zu vermitteln. Das Duo Surmann/Löffler setzte, unterstützt von Anke Nellen und dem ganzen Team des BRSNW, eine grandiose Idee in die Tat um. In den Düsseldorfer Schadow-Arcaden entstand unsere erste Para Sport Lounge, die während der Paralympics ein vielfältiges Programm für Besucher, Sponsoren und geladene Gäste bot. Selbst aktiv werden, Informationen zu den Paralympics und zum Behindertensport allgemein oder zur Arbeit des Verbandes erhalten, Live-Übertragungen gucken: In Düsseldorf herrschte tatsächlich paralympisches Flair zum Genießen!
Wandel
Der LSB NRW wird die Zertifizierung von Rehabilitationssportangeboten zum Ende des Jahres2024 einstellen. Das Ziel ist es, Doppelstrukturen im organisierten Sport in NRW abzubauen und die kooperative Zusammenarbeit im Verbundsystem zu stärken. Vereine, deren Angebote bisher über den LSB liefen, haben die Möglichkeit, sich beim BRSNW übergangslos zertifizieren zu lassen, so dass der Übungsbetrieb ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann. Zudem wird ein Teil der Qualifizierungsmaßnahmen des LSB künftig in Kooperation mit dem BRSNW angeboten.
Ein großer Teil dieser Vereine, die bislang über den LSB durch REHASupPORT betreut wurden, haben sich bereits jetzt schon zum 01.01.2025 bei uns angemeldet. Ich heiße sie alle in unserer großen Sportfamilie herzlich willkommen.
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Team der BRSNW Geschäftsstelle für die seit Jahren geleistete hervorragende Arbeit bedanken. Der Wandel in der Sportlandschaft von NRW bedeutet für alle einen großen Mehraufwand und erfordert viel Engagement, um den Betrieb nicht ins Stocken geraten zu lassen.
Unser ehemaliger Geschäftsführer Lars Wiesel-Bauer hat den Verband im Juni verlassen. Sein Engagement und seine große Erfahrung waren für die Entwicklung des BRSNW in den letzten Jahren von großer Bedeutung.
Dafür, dass diese Entwicklung fortgeführt wird, sorgt seit Oktober 2024 unser neuer Geschäftsführer Michael Nordhaus, gemeinsam mit unserem Urgestein Holger Wölk.
Wenn der Name bekannt vorkommt: Herr Nordhaus war bereits lange Jahre im BRSNW tätig, wechselte dann zum Deutschen Behindertensportverband, für den er u.a. das Berliner Hauptstadtbüro leitete. Er bringt also nicht nur Erfahrung und gute Kontakte in den Sport und die Politik mit, ihm haftet auch noch der „Stallgeruch“ des BRSNW an. Das wird ihm die Einarbeitung sicherlich erleichtern. Herzlich willkommen!
Das Jahr 2024 war mit seinen vielen begeisternden Sportveranstaltungen, Aktivitäten und Weiterentwicklungen z.B. im Bereich der Inklusion ein gutes Jahr für den BRSNW. Damit meine ich aber nicht nur die Großveranstaltungen, sondern auch die, die in den Vereinen intern, als Runden- oder Ligaveranstaltungen, Spiel- und Sportfeste, Jubiläen und was auch immer durchgeführt worden sind und bewiesen haben: In den Strukturen des BRSNW ist Leben und Dynamik!
Eines der Highlights war neben den Paralympics sicherlich auch wieder das Sportcenter der Rehacare in Düsseldorf, bei dem auch Menschen, die bisher nicht sportlich aktiv waren, Bewegung, Spiel und Sport erleben, ausprobieren und für sich entdecken konnten.
Eine Bitte zum Schluss
Ein großer Verband wie der BRSNW mit mehr als 200.000 Menschen in über 1.300 Vereinen kann nur reibungslos funktionieren, wenn die verbandsinterne Kommunikation und ein Austausch zwischen allen Beteiligten gegeben ist. Wir haben in der Vergangenheit viel daran gearbeitet und könnten durchaus mit dem Erreichten zufrieden sein. Aber wir wollen besser werden!
Die Umstrukturierung unserer Geschäftsstelle und die damit verbundenen Änderungen in den Zuständigkeiten von bestimmten Teammitgliedern für die Bezirke und deren Vereine war ein Schritt in die richtige Richtung. Dadurch konnte die Kommunikation und Beratung der Vereine durch unsere Geschäftsstelle weiter intensiviert werden.
Wie können auch Sie, wie könnt auch Ihr zum weiteren Gelingen beitragen? Ein wichtiger Schritt, falls noch nicht geschehen: Das Abonnieren unseres kostenlosen Newsletters, der alle sechs Wochen versandt wird. Darin informieren wir nicht nur zeitnah über unseren Sport, Veranstaltungen, Ausschreibungen usw., sondern geben auch wichtige Hinweise auf aktuelle Entwicklungen. Alle können dieses Informationsmedium in den Vereinen nutzen, also nicht nur die Vorstandsmitglieder, auch Übungsleiter*innen und alle Mitglieder. Allen denjenigen, die auch soziale Medien nutzen, empfehle ich, sich auch regelmäßig unsere Seiten bei Facebook oder Instagram aufzurufen.
In allen Bezirken des BRSNW finden regelmäßig Versammlungen der örtlichen Vereine statt, auf denen über wichtige Änderungen in Verband, auf gesetzlicher Ebene, Organisatorisches usw. berichtet und diskutiert wird. Hier haben alle unmittelbar Gelegenheit, auf die Entwicklung und die Arbeit des Verbandes einzuwirken. Ich würde mich freuen, wenn viele den Einladungen zu den Treffen folgten, und lade dazu ein, sich dabei intensiv an der Gestaltung unseres Verbandes in der Zukunft mitzuarbeiten.
Zum Schluss möchte ich Ihnen/Euch allen ein herzliches Dankeschön sagen! Für die geleistete Arbeit in den Vereinen, bei Veranstaltungen, bei der Außendarstellung unserer gemeinsamen Arbeit, für die vielen beeindruckenden Aktivitäten rund um Inklusion im und durch den Sport.
Alle Aktiven in unseren Vereinen sind das Rückgrat unseres Verbandes und sorgen dafür, dass Sport, Begegnung und Inklusion in unserem Verband stattfinden können, und leisten dabei einen erheblichen Beitrag für eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Euch/Ihnen allen, den Mitgliedern der Vereine, allen Angehörigen und Freunden wünsche ich ein friedvolles Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2025 mit Gesundheit, Zufriedenheit, viel sportlicher Aktivität und der Zuversicht, dass unsere Erde in absehbarer Zeit ein friedlicher Planet sein wird. Im Sinne der Europahymne: „Alle Menschen werden Brüder!“ (oder Schwestern!)
Ich freue mich darauf, auch im kommenden Jahr gemeinsam mit Ihnen/Euch an unseren gemeinsamen Zielen zu arbeiten.
Ihr/Euer
Reinhard Schneider
(Vorsitzender des BRSNW)