Franziska Dziallas, und Andreas Gröbner freuten sich über deutsche Rekorde, zudem gab es zwölf erste, acht zweite und drei dritte Plätze für den Landesverband mit dem gewohnt größten Aufgebot bei Deutschen Meisterschaften. „Besonders erfreulich ist, dass sich neben den Paralympics Starter*innen viele jugendliche Athlet*innen in brillanter Form zeigten und die Bestleistungen nur so purzeln ließen“ resümieren die Landestrainer*innen Kathrin Panitz und Jonas Klein.
Die Tokio-Starter*innen Nele Moos, Maria Tietze, Lise Petersen sowie Katrin Müller-Rottgardt und Marcel Böttger präsentierten sich gewohnt stark und konnten insgesamt fünf der Goldmedaillen einfahren.
Marcel startete erstmalig in der Hallen Saison mit Guide Alexander Kosenkow und sichert sich in 7,21s eine erstklassige Bestleistung über die 60 Meter Distanz. Katrin hingegen musste auf ihren Guide Noel Fieber verzichten, was sie jedoch nicht davon abhielt erstklassige Leistungen abzurufen und sich entsprechend mit Medaillen zu belohnen.
Besonders hervorzuheben ist neben dem bis zum Fotofinish spannend gebliebenen 200m Rennen zwischen Maria Tietze und Nele Moos auch das 400m Duell zwischen Katrin Müller-Rottgardt und der Nachwuchsathletin Franziska Dziallas. Trainer Jonas Klein war stark beeindruckt von der Leistung seines Schützlings: „Unglaublich, wie entschlossen Franzi dieses Rennen gelaufen ist und wieviel Kampfgeist sie bewiesen hat“.
In der Altersklasse U20 brillierten Kim Vaske mit jeweils DM-Titeln über 60m und im Weitsprung, sowie Finn Ackfeld über die doppelte Hallenrunde. Ackfeld konnte zudem seine 60m Bestzeit um eine halbe Sekunde steigern und sicherte sich damit den Vize-Titel über die kurze Sprintdistanz. Ebenfalls Zweiter wurde Viet Nguyen im Weitsprung. Die Leistung von Viet ist dabei besonders hochzubewerten, da er den größten Teil seines Trainingspensums, zwar nach Plan des Landestrainers, jedoch alleine in seiner Heimatstadt Norden absolvieren muss. „Ab Juli beginnt für mich ein neues Kapitel in Leverkusen“ freut sich der motivierte Athlet. Ein duales Studium in Leverkusen ermöglicht ihm dann ein regelmäßiges Training auf der Fritz-Jacobi Sportanlage und eine engere Trainingsbetreuung.
Nach einem missglückten Start konnte sich Carlo Reuter durch sein starkes Finish auf den Bronze-Rang über 60 Meter der U17 retten. Sein Ziel, die 9 Sekunden Schallmauer zu durchbrechen, verfehlte er dabei in 9,18s noch knapp. Später stürmte er in Bestzeit auf Platz zwei über 200 Meter und konnte somit seine Qualitäten doch noch unter Beweis stellen. Moritz Hoffmann schrammte nur knapp am Podest über 200 Meter der Männer vorbei und Lars Förster sprintete mit 11,23 Sekunden über 60 Meter ebenfalls zu einer neuen Bestzeit.
Bei den Wurfdisziplinen jagte ein Highlight das nächste: Andreas Gröbner konnte den deutschen Rekord im sitzenden Kugelstoßen auf 10,52 Metern verbessern. Für Luca Matteuzzi gab es gleich Doppelgold. Nach einer starken Serie im Kugelstoßen, bei dem jeder seiner Stöße seine alte Bestmarke übertraf, zeigte er sich auch beim Speerwurf mit 17,27 Metern in Bestform. Einen Platz ganz oben auf dem Treppchen konnte sich ebenfalls Lisa Clemens im Diskuswurf sicher. Die Athletinnen der Wurfhochburg Bad Oeyenhausen machten unter sich den Titel im Kugelstoßen (stehend) aus. Am Ende gewinnt Marie Quellhorst mit 6,81m vor ihrer Vereinskameradin Julia Rüter. In der U17 tat es ihnen Mahee Worgull gleich und tütete den Sieg gelassen ein. Beim sitzenden Kugelstoßen sichert Juliane Mogge den Vize-Titel und landet vor Lisa Clemens, die ihre Kugel auf 3,59 Meter bugsierte und sich somit die Bronzemedaille sicherte.
Während des ausgelagerten Speerwurfwettbewerbs, von dem Malin Rose mit einer Silbermedaille zurückkehrte, wartete in der Leichtathletikhalle auf Marie und Mahee eine Überraschung der etwas anderen Art: Die beiden mussten ihre erste Dopingkontrolle absolvieren. Durch die tolle Unterstützung von Trainerin Stefanie Dietrich konnte diese aber problemlos gemeistert und wichtige Erfahrungswerte gesammelt werden.
Die Hallen-DM kann rückblickend als Erfolg auf ganzer Linie gewertet werden. Für die meisten Athlet*innen stellt das Meeting am 27. Februar in Leverkusen den finalen Stopp der Hallensaison, bevor die Freiluftsaison schon früh mit ersten Highlights wie dem Jugend Grand Prix in Italien Fahrt aufnimmt und später dann mit dem Heimspiel 3.0 sowie der Jugend DM in Leverkusen so richtig ins Rollen kommt. Nach diesen erstklassigen Leistungen dürfen wir alle gespannt sein, was uns da im Sommer noch erwarten wird.