Großes Interesse am offenen Trainingsangebot im Para Sportschießen

Am 29. Juni 2024 wurde beim Schützenverein Düsseldorf-Bilk wieder scharf geschossen.

Der BRSNW lud Sportler*innen mit Behinderung am 29. Juni 2024 zu einem Schnuppertraining für Luftpistole und Luftgewehr ein. Das Training fand unter fachkundiger Anleitung durch Beauftragte Simone Fox und ihr Trainerteam des Bereichs Parasport für Sportschießen statt.

Neben der etablierten Trainingsgruppe, die sich auf die Deutschen Meisterschaften vorbereitete und ihre Gewehre feinjustierte, nahm eine Gruppe neuer Teilnehmer*innen und Anfänger*innen am Training teil. Diese verteilten sich auf die verschiedenen Schießstände und probierten sich in den Disziplinen Auflage, Federbock (mit Hocker) und Freihand (auch aus dem Rollstuhl heraus) aus.

Je nach Art und Schwere der Behinderung werden Schütz*innen anhand der in der Sportordnung des Deutschen Schützenbundes e.V. festgehaltenen Spezifikationen in verschiedene Startklassen klassifiziert:

1. SH1 und AB1 sind Sportler*innen die mit normaler Oberkörperfunktion die Waffe im Anschlag frei halten können, sei es stehend (mit/ohne Prothese) oder sitzend, z.B.im Roll- oder Schießstuhl.

2. SH2 und AB2 sind Sportler*innen die eine Auflagehilfe (Federbock / Schlinge) brauchen. Hier sind vermehrt Schütz*innen vertreten, die nicht funktionierende obere Gliedmaßen oder ernsthafte Probleme mit beiden oberen Gliedmaßen haben, jedoch über normale Rumpffunktionen verfügen.

3. SH3 sind Sportler*innen mit starker Sehbehinderung und Blinde die die Waffe im Anschlag frei halten können. AB3 sind stark Sehbehinderte/Blinde die eine Auflagehilfe (Federbock) brauchen. Für die Klassifizierung dürfen eine Sehschärfe von nicht mehr als 0,1 (6/60) mit bester Einstellung/Anpassung und/oder eine Sehfeldbeeinträchtigung mit weniger als 20 Grad vorliegen. Um eine Gleichstellung aller Wettkampfteilnehmer*innen zu erreichen, ist eine Augenabdeckung vorgeschrieben.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in großer Runde ging es im Anschluss wieder auf den Schießstand. Hier versuchte sich Sebastian Kühling, der sich als Referent Breitensport einen ersten Einblick in das offene Trainingsangebot verschaffte, im Luftgewehrschießen mit einer Brille, die eine 90%-Sehbeeinträchtigung simulierte. Hierbei wird über einen Kopfhörer ein akustisches Signal ausgegeben, ähnlich dem eines schrillen Pfeif-/Pieptons der, je näher man beim „Zielen“ einer hohen Ringzahl kommt, in der Intensität zunimmt.

Obwohl einige Schütz*innen mit Sehbehinderungen diesmal nicht teilnehmen konnten, war das Interesse und die Begeisterung am offenen Trainingsangebot groß. Es zeigt sich einmal mehr, wie wichtig und wertvoll inklusive Sportangebote sind, um allen Menschen die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung und Gemeinschaft zu bieten.

Das nächste offene Training ist Richtung September geplant. Weitere Informationen folgen in Kürze.