Josef Schmitz ist stellvertretender Abteilungsleiter Segeln des BRSNW. Er ist für die Organisation verschiedener Ranglistenregatten zuständig sowie für die Planung des bekannten Para Schnuppersegeln am Kemnadersee in Hattingen.
BRSNW: Was ist Ihre derzeitige ehrenamtliche Aufgabe?
J. Schmitz: Ich bin stellvertretender Abteilungsleiter Segeln, Vorsitzender der Rehabilitations- und-Behinderten-Sport-Gemeinschaft Krefeld e.V. und Obmann für Para Segeln beim Segelklub Bayer Uerdingen. Ich bin hauptsächlich für die Ranglistenregatten in NRW zuständig. In letzter Zeit nimmt das Interesse am Para Segeln leider zunehmend ab, sodass meine Aufgaben rarer ausfallen.
BRSNW: Wie und wann kamen Sie damals zu Ihrem Ehrenamt?
J. Schmitz: Ich war eigentlich schon immer bei der Segelgemeinschaft Krefeld aktiv. Ich habe dort immer gerne bei allen Veranstaltungen geholfen. In der Abteilung Segeln habe ich mich in den Anfangsjahren bei der Organisation unserer Hauptveranstaltung, dem jährlichen Para Schnuppersegeln am Kemnader See, intensiv eingebracht. Das wurde damals über den Reha-Aktiv-Sport Witten am Kemnader See vor ca. 15 Jahren ins Leben gerufen. Das waren meine ersten Schritte zum Ehrenamt.
BRSNW: Was treibt Sie an das Ehrenamt auszuführen?
J. Schmitz: Es sind mehrere Gründe, die mich immer wieder ermutigen mein Ehrenamt weiterhin auszuführen. Die allgemein starke Gemeinschaft im Para Sport, die alle verbindet, ist nur ein Grund. Jeder soll die Möglichkeit haben, als behinderter Sportler*in seinen Sport auszuführen. Ich habe mittlerweile aber auch sehr viel Freunde im Ehrenamt kennengelernt. Das alles treibt mich an. Für mich ist es immer wieder schön zu sehen, welche unglaublichen Leistungen behinderte Sportler*innen abrufen können.
BRSNW: Was war das bisher schönste Erlebnis in Ihrem Ehrenamt?
J. Schmitz: Es gibt mehrere schöne Geschichten, die ich jetzt erzählen könnte, aber eine ist für mich unvergesslich. Das war damals die deutsche Meisterschaft im Para Crewsegeln. Zum Crewsegeln gehören drei Leute. Ein Steuermann und zwei Vorschoter (als Vorschoter bezeichnet man den Vordermann in einem Segelboot, der*die u.a. das Vorsegel bedient. Der zweite Vorschoter muss sich viel bewegen, um das Kontergewicht zur Stabilität des Segelbootes zu halten. Weiterhin unterstützen die Vorschoter den Steuermann bei taktischen Manövern.)
Unser Steuermann hatte keine Hände, unser Vorschoter fürs Gleichgewicht hatte keine Beine und ich war für das Vorsegel zuständig und mir fehlt die linke Hand. Man kann sich vorstellen, wie unsere Gewinnaussichten standen und haben uns ehrlicherweise auch keine großen Chancen ausgerechnet. Aber irgendwie war das unser besonderer Antrieb und uns packte der Ehrgeiz. Ich weiß nicht mehr genau, wie wir es angestellt haben, aber wir sind ins Ziel gekommen und haben erst kurz danach realisiert, dass wir Vizemeister geworden sind. Unglaublich, damit hätten wir nicht gerechnet! Wir haben gefeiert, als ob wir Meister geworden sind. Wenn ich daran denke, bekomm ich wieder Gänsehaut.
BRSNW: Was machen Sie in Ihrer Freizeit neben oder nach der ehrenamtlichen Zeit?
J. Schmitz: Meine Freizeit setzt sich fast ausschließlich aus Sport zusammen. Joggen, Schwimmen, Fahrrad fahren (Touren bis zum Bodensee) und natürlich Segeln.
BRSNW: Vielen lieben Dank für Ihr Engagement im Para Segeln. Ein großes Dankeschön!