Interviewreihe: Karola Edler, vom Lauftreff zum Verein.

Die Interviewreihe „Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist.“, beschäftigt sich mit ehemaligen aber auch aktiven freiwilligen Helfern, die uns Eindrücke aus der alltäglichen Arbeit des Ehrenamts geben. Wir durften mit Karola Edler sprechen,  die vor 10 Jahren einen Lauftreff ins Leben gerufen hat, der heute ein gemeinnütziger Verein mit über 70 Mitgliedern ist.

Osterlauf Paderborn: unter anderem mit Michael Tack (l.) Koordinator der Special Olympics in Paderborn. ©Karola Edler

Karola Edler ist hauptberuflich in einer Behindertenwerkstatt als Betreuerin angestellt und hat damals die Idee eines integrativen Lauftreffs verfolgt. Diese Idee nahm 2010 mit 6 Interessierten die ersten Formen an.
Seit damals hat sich einiges getan, mittlerweile umfasst der GSL Benninghausen 72 Mitglieder und ist seit 2014 ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Orthopädischer Rehasport kam 2017 dazu und 2019 letztendlich der Rehasport für Menschen mit geistiger Behinderung.
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BRSNW: Frau Edler, erstmal vielen Dank das sich die Zeit genommen haben, um mit uns dieses kleine Interview führen zu können. Was ist denn Ihre derzeitige Aufgabe in Ihrem Ehrenamt?

K. Edler: Derzeitig können wir aufgrund der Kontaktbeschränkungen leider nicht zusammen Sport machen. Ich versuche die Gruppe aber weiter untereinander in Kontakt zu halten und zukünftige Sportveranstaltungen grob zu planen. Seit 2017 hatten wir fast jeden Monat verschiedene Laufveranstaltungen, das wollen wir beibehalten, sobald es wieder möglich ist. Unter normalen Bedingungen plane ich unsere integrativen Laufgruppen, laufe selber mit. Seit dem 1. Oktober 2019 bieten wir auch Rehasport für Menschen mit einer Lernbehinderung an, dieser muss natürlich auch organisiert werden.

BRSNW: Wie und Wann kamen Sie damals zu Ihrem Ehrenamt?

K. Edler: Hauptberuflich arbeite ich in einer Behindertenwerkstatt und habe vor ca. 10 Jahren durch die Idee der SPZ (Sonderpädagogische Zusatzausbildung zur Fachkraft für Arbeit und Berufsförderung in Werkstätten für Menschen mit Behinderung) angefangen, dort eine integrative Laufgruppe zu etablieren. Wir haben damals mit 6 Leuten angefangen, mittlerweile zählen wir 72 Mitglieder und sind seit 2014 auch ein eingetragener Verein. Wir sind besonders stolz darauf das alle 6 Mitglieder, mit denen es damals angefangen hat, immer noch aktiv dabei sind.

BRSNW: Was treibt Sie an das Ehrenamt auszuführen? Was ist Ihre Intention?

K. Edler: Ich bin mit ganzen Herzen dabei. Es ist immer wieder schön anzusehen, dass wenn wir unsere Touren zu den Laufveranstaltungen in ganz Deutschland machen, wieviel Vorfreude und Spaß die Mitglieder haben. Manche unserer Mitglieder würden ohne unsere Touren sonst einfach nicht vor die Tür kommen oder neue Städte kennenlernen. Wir waren in Amsterdam, Enschede, Eindhoven, München, Frankfurt, drei Ländereck (Schweiz, Österreich und Deutschland) Otterndorf und und und... Wenn mir es nicht selber so viel Spaß machen würde, würden ich und mein Mann nicht 7 Tage die Woche im Ehrenamt arbeiten.

BRSNW: Was war ihr bisher schönste Ereignis oder Erlebnis?

K. Edler: Da muss ich ein bisschen weiter ausholen. Bei einem unserer regelmäßigen Läufer ist aufgefallen, dass seine Leistungen immer weiter nachließen. Ein Besuch beim Arzt brachte schließlich die Diagnose - es war eine Krebserkrankung. Die Krankheit wurde zum Glück rechtzeitig erkannt. Das klingt erstmal nicht nach einem schönen Erlebnis aber das schöne daran ist, dass unsere Laufgruppe sich um ihn gekümmert und immer wieder motiviert hat, zu kämpfen und gesund zu werden. Nach einer erfolgreichen Therapie konnte er wieder an einem Halbmarathon teilnehmen und auch beenden. Einige Zeit später musste er durch einen Brandunfall wieder ins Krankenhaus, aber auch hier hat die Gruppe ihm wieder geholfen, die schwere Zeit durchzustehen.

BRSNW: Was machen Sie denn in Ihrer Freizeit oder nach Ihrer ehrenamtlichen Zeit?

K. Edler: Für mich und meinen Mann ist der Verein auch unsere Freizeit und unser Hobby. Wir sind meistens 7 Tage die Woche im Verein ehrenamtlich aktiv.

BRSNW: Erstmal ein ganz großes Dankeschön für Ihren selbstlosen Einsatz im Ehrenamt! Und natürlich auch ein großes Dankeschön für Ihre Zeit, uns diese Fragen zu beantworten