Interviewreihe: Gabriele Gramsch, wie aus einer Idee ein Ehrenamt wurde.

Die Interviewreihe „Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist.“, beschäftigt sich mit ehemaligen aber auch aktiven freiwilligen Helfern, die uns Eindrücke aus der alltäglichen Arbeit des Ehrenamts geben. 

Frank Schuhknecht und Gabi Gramsch bei der Ehrung für "besonderes Engagement". © NWJV

Gabriele Gramsch ist die Abteilungsleiterin der ID-Judoabteilung und zweite Vorsitzende im 1. Budokan Hünxe, sowie Fachlehrerin für Sonderpädagogik im Ruhestand. 1967 hat sie mit dem Sport angefangen und ist immer noch mit Begeisterung dabei. 2007 machte Sie dann Ihre Fachübungsleiterlizenz für Rehabilitationssport und arbeitet seitdem ehrenamtlich in Ihrem Verein.

 

BRSNW: Frau Gramsch, was ist Ihre derzeitige ehrenamtliche Aufgabe?

G. Gramsch: Unter normalen Umständen leite und trainiere ich integrative ID-Judo Gruppen. Aktuell versuchen wir mit unseren Mitgliedern Kontakt zu halten, viele Mitglieder haben immer wieder zum Ausdruck gebracht, wie wichtig Ihnen auch der soziale Aspekt des Trainings ist. Übungen die man leicht Zuhause machen kann geben wir auch gerne weiter.

BRSNW: Wie und wann kamen Sie damals zu Ihrem Ehrenamt?

G. Gramsch: Den Sport führe ich schon seit 1967 aus. 1978 hatte ich dann meinen Trainerschein, ab da an war ich in verschiedenen Vereinen als Übungsleiterin organisiert. Durch meinen Beruf: Fachlehrerin für Sonderpädagogik arbeitete ich viele Jahre an einer Förderschule, dort leitete ich auch die AG für Menschen mit Lernschwierigkeiten. 2002 kam mir dann die Idee eine langfristige Freizeitaktivität die nicht an die Schule gebunden war anzubieten. In Kooperation mit dem 1. Budokan Hünxe gelang mir das auch. Zurückblickend kann ich sagen, dass dies eine sehr gute Idee gewesen ist. Für den ein oder anderen Sportler wurde der Sport zum Lebensinhalt.

BRSNW: Was treibt Sie an Ihr Ehrenamt auszuführen?

G. Gramsch: Mir persönlich ist es besonders wichtig, dass alle Menschen, egal wie es um sie gestellt ist, ihren Sport ausführen können. Durch meinen Sohn habe ich selber die Erfahrung gemacht, wie schwierig es sein kann einen geeigneten Sportverein zu finden. Wir möchten benachteiligten Kindern und deren Eltern einfach eine Plattform für Informationen und Austausch bieten. Es ist nicht nur der Verein an sich und der Sport der mich antreibt, sondern auch die Hilfestellung die wir den Eltern geben. Denn genau diese Hilfestellung habe ich damals vermisst.

BRSNW: Was war das bisher schönste Erlebnis in Ihrer ehrenamtlichen Zeit?

G. Gramsch: Da gibt es gleich mehrere Ereignisse und Erlebnisse an die ich mich noch eine lange Zeit erinnern werde. Zum einen sind das zwei mittlerweile Berufssportler, die bei uns mit dem Judo angefangen haben, ich bin sehr stolz, dass sie es geschafft haben. Ein großer Erfolg waren auch die Special Olympics World Summer Games 2015 in Los Angeles, dort waren zwei von insgesamt sechs Judokas aus unserem Verein vertreten. 2019 war ebenfalls ein sehr schönes Jahr für mich, vom 14. bis 21. März 2019 fanden diesmal die Special Olympics in Abu Dhabi statt und wir konnten wieder einmal zwei Kaderathleten von insgesamt sechs Athleten stellen, einer davon war mein Sohn. Das hat mich natürlich sehr stolz gemacht! Die Veranstaltung wollte ich mir nicht entgehen lassen, so entschloss ich mich dazu auf eigene Faust hinzufliegen und unsere Judoka zu unterstützen. Allgemein ist der Leistungssport bei uns immer gern gesehen aber die Werte und der Spaß, den wir unseren Trainierenden vermitteln wollen stehen genauso im Vordergrund.

BRSNW: Was machen Sie in Ihrer Freizeit oder nach Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit?

G. Gramsch: 2023 finden die Special Olympics World Games erstmals in  Berlin statt ,das ist mein Ziel. im gleichen Jahr werde ich 70 und werde mich somit aus dem aktiven Training langsam zurückziehen aber trotzdem möchte ich gerne weiterhin im Verein arbeiten. Die Organisation, Vorstandsarbeit und Beratung werden dann wohl meine ehrenamtliche Zeit füllen.

BRSNW: Ein ganz großes Dankeschön für Ihren selbstlosen Einsatz den Sie für ihre Mitglieder und dem Verein jeden Tag aufbringen. Wir bedanken uns natürlich auch für Ihre Zeit für dieses kleine Interview.