Interviewreihe: Guido Gärnter und das Ehrenamt im Segeln.

Die Interviewreihe „Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist.“, beschäftigt sich mit ehemaligen aber auch aktiven freiwilligen Helfer*innen, die uns Eindrücke aus der alltäglichen Arbeit des Ehrenamts geben.

© Gärtner

Guido Gärtner ist der Leiter der Abteilung Segeln und war vor seiner Zugehörigkeit zum BRSNW, schon immer im Segelsport ehrenamtlich aktiv. Er organisiert die verschiedenen Regatten und versucht, das Para Segeln im Bereich Breitensport Wettbewerbssegeln weiter zu fördern.

BRSNW: Was ist Ihre derzeitige ehrenamtliche Aufgabe?

G. Gärtner: Ich leite die Abteilung Segeln und bin darüber hinaus auch im BSG Beckum und dem Segelclub Lippstadt organisiert. Der Verein BSG Beckum und der Segelclub Lippstadt pflegen in dem Bereich Segeln eine jahrelange Kooperation. Die Mitglieder haben die Möglichkeit, eine Doppelmitgliedschaft in beiden Vereinen wahrzunehmen. Das Para Segeln hat in den letzten Jahren außerhalb der paraolympischen Bootsklassen leider etwas an Bedeutung verloren, sodass die Doppelmitgliedschaft im Rahmen der Inklusion die Lösung ist, einen aktiven Segelbetrieb weiterhin bieten zu können. Zurzeit planen wir unsere BRSNW-Leistungsregatta zusammen mit dem Margaretensee-Pokal in Lippstadt für Menschen mit und ohne Behinderung. Am 20./21. September 2020 kommen wir dieses Jahr am Margarethensee in Lippstadt zusammen um im Rahmen der Inklusion unsere “Kräfte“ unter Corona-Auflagen zu messen. Gäste und weitere Teilnehmer sind herzlich willkommen. Aufgrund der Auflagen: Bitte anmelden!

BRSNW: Wie und Wann kamen Sie damals zu Ihren Ehrenamt?

G. Gärtner: Seitdem ich denken kann ist Segeln meine Leidenschaft. Ich war schon bei verschiedenen Meisterschaften in verschiedenen Ländern in und außerhalb Europas dabei. Auch vor meiner Behinderung, die durch eine schwerwiegende Herzerkrankung 2005 zustande kam, war ich ehrenamtlich als Kassierer und 1. Vorsitzender im Segelclub Lippstadt aktiv. Schon damals haben wir das Para Segeln zusammen mit dem BSG Beckum gefördert und ausgebaut. 2006 stieg ich dann selber als Aktiver in das Para Segeln ein und konnte 2006 direkt die Deutsche Para Segel Meisterschaft für Crewboote gewinnen. Seitdem bin ich für den BRSNW in der Abteilung Segeln aktiv.

BRSNW: Was treibt Sie an das Ehrenamt auszuführen?

G. Gärtner: Ich möchte Menschen mit ähnlichen Schicksalsschlägen oder anderen körperlichen Einschränkungen ermöglichen, ihren Sport weiter auszuüben bzw., das Interesse neu daran zu entdecken

BRSNW: Was war das bisher schönste Ereignis?

G. Gärtner: Das war ganz klar die deutsche Para Segel Meisterschaft für Crewboote 2006. 2005 war ich eigentlich davon überzeugt, dass ich den Sport nie wieder ausführen könnte. Da war ich selbst überrascht: auf Anhieb deutscher Meister werden. Unglaublich!

BRSNW: Was machen Sie in Ihrer Freizeit oder neben der ehrenamtlichen Zeit?

G. Gärtner: Vieles in meiner Freizeit dreht sich um das Segeln. Einfach aufs Wasser und abschalten. Nicht nur Regattasegeln, sondern auch Freizeitsegeln, mit Familienfreizeiten in den Niederlanden. Es trifft sich immer noch, auch außerhalb der Saison, die Jugendgruppe von „1974“ mit vielen neuen Freunden.

BRSNW: Ein großes Dankeschön an deine lange ehrenamtliche Zeit! Danke!