Interviewreihe: Herbert Piepel ,Kampfrichter und Ehrenamt.

Die Interviewreihe „Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist.“ beschäftigt sich mit ehemaligen aber auch aktiven freiwilligen Helfern, die uns Eindrücke aus der alltäglichen Arbeit des Ehrenamts geben. Im letzten Interview konnten wir Thea Piepel fünf Fragen stellen, heute dürfen wir Euch Herbert Piepel vorstellen. Die Eheleute sind beide mittlerweile 54 Jahre aktiv dabei.

BRSNW: Herr Piepel, wie setzt sich Ihre momentane Aufgabe im Ehrenamt zusammen?

H. Piepel: Ich bin Kampfrichter im Bereich der Leichtathletik und meistens für die Landesstelle Schulsport tätig.

BRSNW: Wie kamen Sie damals zu Ihrer Tätigkeit als Ehrenamtler?

H. Piepel: 1980 hat alles mit der Übungsleiter-Lizenz angefangen, 1984 habe ich dann mit Wilhelm Hanebeck (Ikone des Behindertensports) die Ausbildung zum Übungsleiter in Rehasport angefangen. Die Kampfrichterprüfung für internationale Meisterschaften legte ich dann 1989 erfolgreich ab.

BRSNW: Auch bei Ihnen muss ich man die Frage umstellen, da Sie ja auch immer noch aktiv mithelfen. Wie lange sind Sie denn schon in Ihrem Ehrenamt?

H. Piepel: Ich bin bin bis heute regelmäßig dabei und mache es bis heute gerne! Also seit 1980 setze ich mich für den Behindertensport ein, seit 1989 dann ehrenamtlich.

BRSNW: In Ihrer langen Zeit im Ehrenamt haben Sie bestimmt so einiges zu erzählen. Was war Ihr schönstes Erlebnis?

H. Piepel: Ich hatte mal eine Turngruppe im Alter von 8-10 Jahren. Meine Idee war es den Jungs und Mädchen zu zeigen wie schwer es ist mit einem Rollstuhl zu fahren. Also organisierte ich Rollstühle und ließ sie eine Runde auf dem Sportplatz um die Wette fahren. Das Ergebnis war überraschend, alle hatten sich davon überzeugt wie schwer es sein musste mit dem Rollstuhl tagtäglich klar zu kommen und bewunderten die Menschen, die es letztendlich jeden Tag machen. Die Aufklärung und das dazugehörige positive Ergebnis freuten mich sehr.

BRSNW: Da Sie immer noch aktiv dabei sind. Wie gestalten Sie ihre Freizeit neben ihrem Ehrenamt?

H. Piepel: Wie meine Frau auch schon sagte, arbeitet unsere Tochter im Kindergarten, zusammen organisieren wir ein integratives Kindergartensportfest. Wir planen zusammen den Ablauf und unterschreiben die verdienten Urkunden. Eine kleine Geschichte im Zusammenhang mit dem Kindergartenfest werde ich wohl nie vergessen. Am Anfang war das Sportfest nicht wirklich im Gange, alle verhielten sich etwas zurückhaltend. Ein kleiner oberschenkelamputierter Junge änderte das alles. Ohne aufgefordert zu werden, zeigte er anderen Gleichaltrigen seine Prothese und brach somit das Eis, wie man so schön sagt. Das alles tat der Veranstaltung sehr gut und der integrative Gedanke wurde vollends erfüllt.

BRSNW: Herr Piepel, ein ganz großes Dankeschön für Ihre Zeit und die einmaligen Eindrücke aus einer langen Zeit im Ehrenamt. Wir schätzen Ihre Arbeit und Ihren Einsatz. Danke!