Interviewreihe: Markus Voßwinkel, eine Geschichte aus dem Fußball.

Die Interviewreihe „Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist.“, beschäftigt sich mit ehemaligen aber auch aktiven freiwilligen Helfer*innen, die uns Eindrücke aus der alltäglichen Arbeit des Ehrenamts geben.

Markus Voßwinkel (ganz rechts). © BSG Gevelsberg / Voßwinkel

Markus Voßwinkel ist erster Vorsitzender der BSG Gevelsberg und Beisitzer der Abteilung Fußball. In beiden Ehrenämtern übernimmt er die organisatorischen Aufgaben. Er ist seit 26 Jahren ehrenamtlich aktiv und lebt für den Fußball.

BRSNW: Was ist Ihre derzeitige ehrenamtliche Aufgabe?

M. Voßwinkel: Momentan habe ich zwei ehrenamtliche Aufgaben. Ich bin Vorsitzender der BSG Gevelsberg und Beisitzer der Abteilung Fußball für den BRSNW. Die Aufgaben unterscheiden sich nicht viel voneinander. Als Vorsitzender eines Vereins bin ich Organisator, Verantwortlicher und Ansprechpartner. In der Position des Beisitzers habe ich fast die gleichen Aufgaben. Das ist auch gut so, ich kann meine Erfahrungen so perfekt miteinander kombinieren. Der Fußballbetrieb liegt zurzeit leider in beiden Ehrenämtern flach. Die Bedingungen, die wir einhalten müssen, können wir leider nicht erfüllen. Dem Verein steht nur ein Bolzplatz zur Verfügung. Um den Bedingungen gerecht zu werden, müssten wir auf die öffentlichen Plätze ausweichen. Diese Plätze sind zurzeit von den Vereinen im Regelsport, die in höheren Ligen spielen besetzt. Der Behindertensport muss sich, wie so oft, hintenanstellen.

BRSNW: Wie und wann kamen Sie damals zu Ihrem Ehrenamt?

M. Voßwinkel: Da muss ich ein bisschen ausholen: Ich habe 1994 meinen Zivildienst bei der Evangelischen Stiftung Volmarstein ableistet. Alle Zivildienstleistenden dort hatten ungefähr dieselbe Altersstruktur und Interessen. Das war damals im Ruhrgebiet der Fußball. Zuerst haben wir in den Pausen auf den Fluren Fußball gespielt. Später wurde uns klar gemacht, dass das Fußballspielen auf den Fluren nicht den Verhaltensregeln entspricht. Nach längerer Diskussion wurde uns fürs Kicken  eine Pausenhalle zur Verfügung gestellt. Nach weiteren Meinungsverschiedenheiten wurde uns nahe gelegt, die Einrichtung zu verlassen. Wir wechselten zu der BSG Gevelsberg. Dort bin ich seit insgesamt 26 Jahren aktiv und mittlerweile erster Vorsitzender. Durch den Vorsitz bei der BSG und meiner Übungsleitertätigkeit kam auch der Kontakt zum BRSNW zustande.

BRSNW: Was treibt Sie an das Ehrenamt auszuführen?

M. Voßwinkel: Die Leute, die Gemeinschaft und die Freundschaften, die über die Jahre entstanden sind. Wir fahren zusammen in den Urlaub, gehen gemeinsam Essen und unternehmen allgemein viel zusammen. Die Menschen sind sehr dankbar, das gibt mir einfach ein gutes Gefühl.

BRSNW: Was war Ihr schönstes Erlebnis im Ehrenamt?

M. Voßwinkel: Wir haben einen sehr engagierten jungen Mann bei uns im Verein, der uns nach Rücksprache immer mal wieder für verschiedene Wettbewerbe als Interessenten einschreibt. Eines Tages kam er auf mich zu und teilte mir mit, dass er sich mit unserem Verein für ein sportliches Aufeinandertreffen mit der Behindertensportmannschaft des FC Chelsea beworben hat. Ich belächelte das kurz und war umso überraschter, als er mir wenige Wochen später erzählte, dass wir das Kennenlernen tatsächlich gewonnen hatten. Ein paar Anrufe später standen Zeit und Ort fest. Der FC Chelsea kam für 4 Tage und 3 Nächte zum Besuch nach Deutschland. Wir planten verschiedene Exkursionen und besuchten zusammen den Signal-Iduna-Park, die Zeche Zollern, das CentrO, die Villa Hügel und spielten zwischendurch natürlich jede Menge Fußball. Von den ganzen Spielen konnten wir tatsächlich ein Spiel gewinnen. Das ist mittlerweile 9 Jahre her und der Kontakt zum FC Chelsea besteht bis heute. Es ist eine Freundschaft entstanden.

BRSNW: Was machen Sie in Ihrer Freizeit neben oder nach der ehrenamtlichen Zeit?

M. Voßwinkel: Der Verein und das Ehrenamt sind zu meinem Hobby geworden. Außerhalb des Ehrenamts reise ich gerne und gehe gern Essen. Der Sport gehört ebenfalls zu meinen Hobbys.

BRSNW: Herr Voßwinkel, vielen Dank für Ihre Zeit und Ihr vielseitiges Engagement im Ehrenamt!