A HOME FOR RESPECT.
Unter diesem Motto fanden vom 09.09. bis 16.09.2023 die Invictus Games in Düsseldorf statt. Durch die Kraft des Sports unterstützen die Invictus Games die Genesung und Rehabilitation der Soldat*innen aus 21 Nationen.
Der Sport hilft ihnen dabei, die schweren Schicksalsschläge, durch diese sie teilweise sichtbare und/oder unsichtbare Verletzungen davon getragen haben, zu bewältigen. Mit ihrem Lebensmut und ihrer Hartnäckigkeit sind sie alle Vorbilder. Des Weiteren wollen die Invictus Games, welche von Prinz Harry, Duke of Sussex, ins Leben gerufen wurden, ein breiteres Verständnis sowie Respekt für alle Menschen schaffen, die ihrem Land dienen und besonders diejenigen ehren, die ihren Einsatz für unsere Freiheit mit ihrer Gesundheit bezahlt haben.
Dazu gehören auch die Angehörigen und Freunde der Wettkämpfer*innen – die „Family & Friends“, die oft den entscheidenden Beitrag zur Genesung der verwundeten Soldat*innen geleistet haben. Sie gehören zu den Invictus Games so fest, wie zum Leben der Teilnehmer*innen.
In den acht Tagen ging es daher in allererster Linie um Gemeinschaft – aber auch der sportliche Wettbewerb spielte eine wichtige Rolle. Unterstützt durch Family & Friends zeigten alle Wettkämpfer*innen sportliche Höchstleistungen in den zehn Sportarten. Zu diesen Disziplinen zählte auch Rollstuhlbasketball, die sich großer Beliebtheit mit der Teilnahme von zehn Mannschaften aus elf Nationen erfreute.
Darunter bildeten Deutschland und Die Niederlande sowie die Vereinigten Staaten von Amerika und Groß Britannien jeweils ein „Team Unconquered“. Eine Besonderheit bei den Invictus Games, die es Nationen mit kleinerer Delegation ermöglicht, an Teamsportarten teilzunehmen und den Gemeinschaftssinn verdeutlichtet.
Ein 26-köpfiges Team aus Schieds- und Kampfrichter*innen sorgte für einen perfekten Ablauf der Rollstuhlbasketballspiele. Erstmals in der Geschichte der Invictus Games konnte sich ein Team Unconquered für das Halbfinale qualifizieren, musste sich dort jedoch dem Team Frankreich geschlagen geben. Für die Franzosen stand während der Gruppenphase noch ein anderes Ereignis im Mittelpunkt, denn das Team stand Spalier für einen Heiratsantrag. Applaus gab es nicht nur für den Sieger Team USA, sondern für alle Teilnehmer*innen für ihr Engagement, ihre Stärke und ihren Kampfgeist!
Auch hinter den Kulissen wurde es Emotional. Hans-Jürgen Bäumer verabschiedete sich im Rahmen der Invictus Games von seiner aktiven Schiedsrichterkarriere. Für Hans-Jürgen, der für die Marine gedient hat, war es eine Herzensangelegenheit die Spiele zu pfeifen.
Wir möchten dem großartigen Team der Schiedsrichter und Kampfrichter*innen danken, die diesen Wettbewerb für alle Wettkämpfer*innen besonders gemacht haben!
Tim Eigenbrodt war als Mediavertreter vor Ort. Ebenso war er als Kampfrichter im Rollstuhlbasketball im Einsatz und berichtet über seine Erlebnisse.
Die Invictus Games sind das Sportevent für Kriegsversehrte, die im Krieg verletzt worden sind - seelisch oder körperlich.
Prinz Harry hatte die Idee zu den Spielen.
Während seiner Zeit bei der britischen Armee war er zweimal in Afghanistan stationiert. Er selbst wurde nicht verletzt, aber seine Kameraden. Er hat sich überlegt, was er machen könnte, um seinen Kameraden zu helfen und ihnen eine Perspektive zu geben. Dabei sind 2014 die Invictus Games entstanden. Es treffen sich viele unterschiedliche Nationen, um gemeinsam das Leben zu feiern und sich in verschiedenen Sportarten freundschaftlich zu messen. Das Sportevent fand dieses Jahr zum ersten Mal in Deutschland statt. 2025 lädt Kanada zu den Spielen ein.
Die 10 Sportarten variieren bei jedem Event. Dieses Jahr waren es: Indoor-Rudern, Rollstuhlbasketball, Tischtennis, Gewichtheben, Leichtathletik, Radfahren, Bogenschießen, Sitzvolleyball, Schwimmen und Rollstuhlrugby. Jeder darf sich aussuchen, an welchen Wettkämpfen er teilnehmen möchte und jede Sportart ausprobieren. Damit auf die Wünsche der Teilnehmer optimal eingegangen werden kann, melden sie sich noch vor Beginn der Spiele für ihre bevorzugten Sportarten an.
Am Samstag, den 9. September fand die Eröffnungsfeier in der Merkur-Spiel-Arena statt. Selbstverständlich moderierten Hadnet Tesfai und Steven Gätjen auf Englisch. Um an die Kameraden zu denken und sie zu würdigen, die in den Kriegen unserer Welt gefallen sind, wurden die Spiele mit einem stillen Moment und einer großen Kerze begonnen. Danach wurden die 21 Nationen nacheinander aufgerufen. Unter den Nationen waren beispielsweise die Länder Neuseeland, Nigeria oder auch Jordanien. Einen besonders großen Applaus von den Rängen bekam die Ukraine, die sich aktuell im Krieg mit Russland befindet.
Die Eröffnungsreden hielten der Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, der CEO des Hauptsponsors Boing David Calhoun und natürlich Prinz Harry. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte eine Videobotschaft gesendet. Zum Schluss gab Macklemore drei seiner Hits zum Besten. Das Publikum war begeistert und tanzte mit.
Rund 140.000 Zuschauer waren in der 2 September Woche in der Arena – die größte Besucheranzahl seit Prinz Harry die Invictus Games ins Leben gerufen hat.
Vor der Arena war das Invictus Dorf aufgebaut. Dort konnte man sich über die Bundeswehr informieren und an einigen Ständen Gewinnspiele ausfüllen oder am Glücksrad drehen. Jeder, der Lust hatte, war eingeladen Rollstuhlbasketball, Rollstuhlrugby oder Tischtennis zu spielen oder auch Bogen zu schießen.
Das Rollstuhlbasketballturnier fand an zwei Tagen statt. Daran nahmen Teams aus der Ukraine, den USA, Georgien, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und zwei gemischte Teams mit Spielern, die unter anderem aus Deutschland und den Niederlanden kamen, teil. Die USA haben das Turnier gewonnen, Zweiter wurde Frankreich und Dritter das Team aus Großbritannien. Die Finalen Spiele haben sich Prinz Harry und seine Frau Megan angesehen – und beide waren begeistert. Deshalb haben sie es sich nicht nehmen lassen, zum Abschluss die Medaillen zu überreichen.
Eine feierliche Zeremonie gab es schon vor dem Anpfiff des Finales, denn es wurde ein Schiedsrichter verabschiedet, der über Jahrzehnte den Rollstuhlbasketball als Schiedsrichter und Verantwortlicher für die Schiedsrichter, mitgestaltet hat: Danke an Hans-Jürgen Bäumer.
Es war eine sehr schöne und aufregende Woche in Düsseldorf.
Barrierefreie Welt, Tim Eigenbrodt