Ob bei Trainingsläufen im Wattenscheider Lohrheidestadion oder den Landesmeisterschaften im Bottroper Jahnstadion - Katrin Müller-Rottgardt weiß genau, wie sie ihre Laufschuhe schnüren muss, um Vollgas zu geben. Die 37-jährige sehbehinderte Leichtathletin hat sich intensiv auf die Weltmeisterschaft in Dubai vorbereitet. Dort wird sie über 100 und 200 Meter sowie im Weitsprung an den Start gehen.
Noel Fiener begleitet die Sprinterin auch im Training
Auf der Tartanbahn ist sie aber nicht allein unterwegs, sondern startet mit ihrem Vereinskollegen Noel Fiener. Bei Wettkämpfen fungiert der Sprinter als Begleitläufer. Müller-Rottgardt hat nur noch eine Sehkraft von zwei Prozent, und bevorzugt deshalb einen Lauf mit einem Guide, welcher auf die Umgebung achtet und die Richtung vorgibt.
Mit 12 Jahren mit der Leichtathletik angefangen
Bereits mit zwölf Jahren fing Müller-Rottgardt mit der Leichtathletik an, und gewann im Laufe der Zeit unzählige Medaillen. Im Jahr 2003 wurde sie über 200 und 400 Meter Weltmeisterin. Im vergangenen Jahr kam in Berlin der EM-Titel hinzu. Auf ihrer Wunschliste stehen noch WM-Gold sowie eine weitere Medaille bei den nächsten Paralympics. 2016 in Rio de Janeiro gab es bereits Platz drei und Bronze über 100 Meter.
Nach der WM hat sie die Paralympischen Spiele in Tokio im Blick
Die 37-jährige konnte wegen der bereits erreichten Normen bereits im Sommer das Flugticket für Dubai buchen. Stimmen die Leistungen dort, rückt das noch größere Ziel ganz nah – die Paralympischen Spiele 2020 in Tokio.