Guten Tag Frau Fox, vielen Dank, dass sie sich die Zeit für ein Interview genommen haben. Was ist Ihre Motivation, sich im Para Sportschießen zu engagieren?
Als ich vor ca. 14 Jahren als Handicaplerin mit dem Sportschießen (national/international) im Para-Bereich anfing, war dieser Bereich des Sports, bis vor einigen Jahren dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) unterlegen. Vor einigen Jahren änderte sich dies und der Deutsche Schützenbund (DSB) fing an, seine Schützen mit Behinderung, über die Landesverbände selbst zu verwalten.
Schnell merkte der Vorstand meines Landesverbandes, dass ich mich auch ohne Amt sehr für meine und die Bedürfnisse der anderen Schützen mit Handicap eingesetzt habe. Und somit fragte man mich, ob ich das Amt nicht offiziell übernehmen wollte. Meine Motivation ist es, als das Sprachrohr für die Schützen zu fungieren, die meiner Hilfe bedürfen. Was aber noch viel wichtiger ist, ist dass ich die Sportler in die Mitte des Sports holen möchte. Es ist egal, ob der Mensch groß oder klein, dick oder dünn, weiß oder anders farbig und mit oder ohne Handicap ihren Sport ausüben möchten. Was zählt ist der Sport. Und da sind wir einfach alle nur Mensch bzw. Sportler. Aber was für mich die Hauptmotivation ist, ist, dass ich meinen Sport einfach liebe, und jedem Menschen, der gerne genau die gleiche Erfahrung machen möchte, den Weg dahin ebnen möchte.
Was wünschen Sie sich perspektivisch für Ihre Arbeit?
Perspektivisch wünsche ich mir, das was sich jede Sportsparte wünscht. Einfach, dass sich immer mehr Menschen mit Handicap sich für unseren Sport interessieren. Denn eine Behinderung schließt definitiv keine Durchführung des Sports aus. Dafür gibt es eine Menge an Hilfsmitteln, die eine sichere und erfüllte Durchführung des Sports ermöglichen.
Gerne würde ich in NRW regelmäßige Trainingseinheiten anbieten. Dafür sind die ersten Weichen gestellt. Durch diese Breitensportmaßnahmen wäre es schön, wenn sich auf Dauer gesehen auch ein Leistungskader bildet.
Ich würde gerne angehenden Sportlern den Weg ebnen und vorhandenen bei Sorgen und Problemen im Rahmen der Inklusion zur Seite stehen. Vereinen möchte ich zeigen, dass es im Grunde ganz einfach ist, einen Sportler mit Handicap in die Gemeinschaft aufzunehmen.
Zudem fände ich es schön, wenn in diesem Bereich auch mehr positive Öffentlichkeitsarbeit gemacht wird.
Ach, da würde mir noch viel mehr einfallen. Aber erst einmal einen Schritt nach dem anderen.
Wie sind Sie selbst zum Sportschießen gekommen?
Ich selbst hatte 1996 einen schweren Unfall und wurde infolgedessen sehr oft operiert. Zudem löste dies eine Reihe an Folgeerkrankungen aus. Meinen damals durchgeführten Sport konnte ich nicht mehr ausüben. Und somit suchte ich mir eine neue Bleibe. Denn für mich war von Anfang an klar, dass ich wieder unter Menschen und mich aktiv betätigen wollte. Auch schloss ich schon zum damaligen Zeitpunkt ein Amt, dass mich erfüllte nicht aus.
Letztendlich entschied ich mich für den Bogensport, merkte aber gleich, dass dies nicht optimal für mich war, da ich mit meinem Handicap selbst die Sehne eines Kinderbogens nicht richtig ziehen konnte. Außerdem merkte ich schnell, dass mich ein anderer Bereich des Sportschießens mehr interessierte. Das blieb auch den Trainern nicht verborgen und so fragte man mich, ob ich nicht einfach mal mit einem Gewehr oder Pistole trainieren möchte. Ich probierte beides aus und fand mit meinem Gewehr meine „Symbiose“. Seitdem bin ich dabeigeblieben. Erst habe ich nur national geschossen und seit knapp 4 Jahren mache ich dies auch international.
Vielen Dank für das Interview Frau Fox und viel Erfolg bei ihrer Arbeit!