Kolumne Geistreich: Probieren geht über studieren

Unser (Unruhe)-ständler Andreas Geist blickt voraus auf die REHACARE 2019.

Am zweiten Samstag im September findet seit dem Jahr 2001 der Tag der deutschen Sprache statt. Mit diesem Tag soll unsere Sprache bewahrt werden und wir deutschsprachigen Bürger sind aufgerufen, einmal genau hinzuhören und zu beobachten, wie wir mit unserer Sprache umgehen. Ich finde, dass das eine gute Sache ist, denn nach meiner Wahrnehmung wandelt sich die deutsche Sprache immer schneller - und nicht unbedingt zum Guten. Woran das liegt kann ich mir nicht wirklich erklären, aber die jungen Leute sprechen ja ganz anders als wir in diesem Alter. Prägend sind die vielen Anglizismen, die sich in rauhen Mengen eingeschlichen haben. Flyer statt Faltblatt, Beamer statt Projektor. Wir sprechen von Diversity Management statt von der Auseinandersetzung mit der Vielfalt.
Aus meiner Jugend kenne ich z.B. eine ganze Reihe alte Sprichwörter, die meine Eltern und überhaupt die damals ältere Generation gerne verwendet haben. Damit konnte man einen komplexeren Sachverhalt kurz und knapp umschreiben.  So etwas kenne ich heute nur noch aus Gesprächen mit anderen Personen meiner (Senioren-)Altersgruppe.
Ein paar Beispiele:


Lügen haben kurze Beine“ das Sprichwort ist überflüssig geworden, seit Lügen und Fake-News (SCHON WIEDER EIN ANGLIZISMUS!!!) salonfähig geworden sind und ohne Konsequenzen bleiben. „Das geht auf keine Kuhhaut“ und ist aus meiner Sicht unerträglich und nicht hinnehmbar. Manchmal hat man das Gefühl, dass alte Seilschaften und Amigos unter sich das politische Geschehen bestimmen. „Eine Hand wäscht die andere“ ist die Devise und „Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist“, denn sonst ist die Gelegenheit etwas zu bewegen oder einen guten Deal (oh jeh, es geht nicht mehr ohne!) zu machen passé.

Nett, was man mit solchen Sprichworten konstruieren kann. Aber eins meiner Lieblingssprichworte ist: „Probieren geht über Studieren“.

Warum? Ganz einfach. Wer probiert und etwas austestet ist "aktiv dabei". Er übernimmt nicht passiv irgendeine Meinung oder Empfehlungen von (grässlicher Anglizismus!) "Influencern" oder anderen Werbefritzen. Nein, wer selbst probiert und vergleicht, der kann das für sich Beste erkennen und nutzen.

Darin liegt für mich der große Wert einer Veranstaltung (um den Anglizismus Event zu vermeiden) wie der REHACARE in Düsseldorf. Menschen mit Behinderung, Pflegebedürftige oder auch nur ältere Menschen finden in den Messehallen alle Informationen und Hilfen, die sie benötigen, um selbstbestimmt an allen Bereichen des öffentlichen Lebens teilhaben zu können. Sie können testen, vergleichen und sich zu verschiedenen Produkten oder Dienstleistungen informieren.

Und wenn Sie mal etwas Sportliches ausprobieren wollen und erleben möchten, was für Sie an Bewegung, Spiel und Sport machbar ist, dann sind Sie in der Halle 7a im Sportcenter des BRSNW bestens aufgehoben.

Es ist zwar kein Sprichwort, aber eine Lebenserfahrung: Sport ist nur gut für den Menschen, wenn er mit Spaß und Freude regelmäßig betrieben wird.
Ignorieren Sie daher erst einmal, was andere Ihnen einreden wollen. Machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen und kommen Sie ins Sportcenter, denn "Probieren geht über Studieren"!

Ich hoffe, wir sehen uns!

Andreas Geist