Bei 48,86 Metern stand die Speerwurf-Bestweite von Tom Sengua Malutedi bislang – am Sonntag zum Saisonauftakt in Leverkusen verbesserte sich der 24-Jährige um fast fünf Meter. 53,61 Meter bedeuteten einen neuen deutschen Rekord in seiner Startklasse, den zuvor Jörg Frischmann mehr als 15 Jahre hielt. „Ich freue mich ganz besonders für Tom, dass er mir den Rekord genommen hat“, sagte der Parasport-Geschäftsführer, dessen Abteilung nach der Absage des Grand Prix in Paris kurzerhand einen Ersatzwettkampf für die Athletinnen und Athleten auf der Heimanlage organisierte.
Irmgard Bensusan und Johannes Floors gelangen dabei zum Saisoneinstieg im internationalen Vergleich überragende Zeiten bei teils stürmischen Bedingungen: Bensusan sprintete die 100 Meter in 13,34 Sekunden und die 200 Meter in 26,60 Sekunden, Floors kam nach 10,83 Sekunden und 21,92 Sekunden ins Ziel – Ausrufezeichen auf dem Weg zu den Paralympics in Tokio Ende August. Dort möchte auch David Behre hin, der mit seinen 11,91 Sekunden über 100 Meter aber noch nicht ganz zufrieden war.
Der Nachwuchs wusste uneingeschränkt zu begeistern: Nele Moos, die die Norm für Tokio auch schon hat, lief über 400 Meter starke 1:05,84 Minuten. Merve Petruck freute sich über 200 Meter über eine neue Bestzeit von 30,81 Sekunden und Lise Petersen und Noah Bodelier machten es Malutedi gleich und ließen den Speer auf neue Bestweiten von 33,83 Meter und 38,14 Meter fliegen. Debütant Konrad Polz sammelte mit 4,46 Metern im Weitsprung und 14,40 Sekunden über 100 Meter zwei Bestmarken. Stark waren auch die 5,16 Meter von Kim Vaske, zwei Zentimeter über ihrer bisherigen Spitzen-Weite. Nur zu starker Rückenwind verhinderte, dass ihr Sprung auf 5,26 Meter als Bestleistung zählt.
„Die Leistungen machen Hoffnung für den Grand Prix in Nottwil“, sagt Frischmann mit Blick auf den Wettkampf am kommenden Wochenende in der Schweiz: „Ich bin sehr happy, dass alle Athletinnen und Athleten sich so diszipliniert verhalten haben. Ein besonderer Dank geht an Sara Grädtke sowie an alle Helfer, Kampfrichter und den Deutschen Personen Schutz, der uns bei der Einhaltung des Hygienekonzeptes unterstützt hat.“
Generell lag beim Wettkampf am Sonntag ein Hauch des Integrativen Sportfests auf der Fritz-Jacobi-Anlage, schließlich waren auch viele Starterinnen und Starter ohne Behinderung gemeldet. Laura Marx und Lena Neumann vom LT DSHS Köln gelang über 400 Meter sogar die Norm für die Deutschen Meisterschaften und auch viele TSV-Leichtathletinnen und Athleten zeigten starke Leistungen in der jungen Saison – wie hoffentlich auch wieder beim Para Leichtathletik Heimspiel am 25. Juni.