„Es war eine sehr engagierte und harmonische Gruppe, die viele tolle Ideen miteingebracht hat, wie man inklusives Anfängerschwimmen gestalten und umsetzen kann“, freute sich Projektleiterin Carolin Birke vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW e.V. (BRSNW) über die erstmalige Kooperation mit einer Universität. Gemeinsam mit Prof. Dr. Sabine Radtke, die Professorin für Inklusion im Sport an der Universität Paderborn ist, entstand die Idee, zehn Lehramts-Studierenden die Ausbildung zum Inklusionscoach zu ermöglichen.
Die Theorie fand an der Uni in Paderborn statt, die Praxisdurchführung im Waldschwimmbad Bad Wünnenberg, das das Hallenbad extra für einen gesamten Tag kostenfrei der Gruppe überließ. „Als Gesundheitsstandort und ehemaliger Host Town der Special Olympics ist uns Teilhabe sehr wichtig. Deswegen freuen wir uns, so eine wichtige Weiterbildung durch das kostenlose zur Verfügung stellen unseres Hallenbades unterstützen zu können“, sagte Bürgermeister Christian Carl.
Während der Corona-Pandemie hatten die Studierenden keine Möglichkeit, Praxiskurse zu belegen, alles fand nur online statt – umso größer war nun die Freude über den Kurs, der von Birke und Leonie Schauer praxisnah im Wasser gestaltet wurde. „Jetzt konnten sie sich richtig ausprobieren und das dann auch noch inklusiv“, sagte Birke mit Verweis darauf, dass das Thema Inklusion an Schulen einen immer größeren Stellenwert einnimmt.
„Es war ein sehr gelungener Lehrgang, wir haben sehr viel in der Praxis gelernt“, lautete das Fazit einer Teilnehmenden, die viele neue Übungen und Ideen für das inklusive Schwimmen mitnehmen konnte. Der Perspektivwechsel und die Selbsterfahrung, im Wasser blind zu sein, durch Simulationsbrillen oder wie es ist gehörlos zu sein, beeindruckte dabei besonders.
„Der Kurs hat wirklich richtig viel Spaß gemacht und war abwechslungsreich“, freut sich Birke und appelliert an andere Universitäten, das Angebot anzunehmen: „Wir würden jederzeit wieder mit Universitäten kooperieren und sind auch offen für weitere Anfragen.“
Über das Projekt:
Das Projekt „Auf einer Wellenlänge-inklusiv aktiv“ wurde vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW (BRSNW) und vom Schwimmverband NRW (SV NRW) in Leben gerufen mit dem Ziel Menschen mit und ohne Behinderung umfassende, gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabemöglichkeiten im Bewegungsraum Wasser eröffnen. Eine besondere Schwerpunktsetzung liegt bei diesem einzigartigen Projekt auf dem Bereich der Anfängerschwimmausbildung, mit der Zielsetzung „sicher schwimmen lernen“ für alle Menschen zu ermöglichen. Gefördert wird das auf drei Jahre angelegte Projekt von der Aktion Mensch.