Liebe Sportfreund*innen,
wieder geht ein Sportjahr zu Ende, das wir alle sicherlich anders geplant hatten, als es nun tatsächlich verlaufen ist. Wie in meinem letzten Jahresabschlussschreiben vermutet, konnten wir auch noch nicht im Frühjahr 2021 wieder voll durchstarten. Wie im letzten Jahr hatten (und haben uns wieder) die notwendigen Maßnahmen im Rahmen der Corona Pandemie fest im Griff und bestimmen in weiten Teilen nicht nur unser Leben im Sport. Nachdem wir in der Mitte des Jahres langsam begonnen hatten, den Sportbetrieb wieder zu starten, mussten wir uns auch weiterhin auf Einschränkungen einstellen. Und aktuell blicken wir jeden Tag auf die steigenden Infektionszahlen und neue Corona Schutzverordnungen, in der Hoffnung, dass unser Sportalltag nicht erneut noch stärker reglementiert wird.
Neustart mit Herausforderungen
Dabei hat uns bereits der Neustart vor erhebliche Herausforderungen gestellt, die nur schwer zu meistern waren. Besonders schmerzlich war, dass viele Übungsleitungen ihre Tätigkeit in unseren Vereinen aufgegeben haben. Die Gründe dafür waren vielfältig, jedoch führte das oftmals dazu, dass bestehende Gruppen so nicht weitergeführt werden konnten.
Hinzu kam, dass gerade zu Beginn viele der Teilnehmenden in den Gruppen verunsichert waren, ob sie wieder mit dem Sport anfangen oder lieber noch etwas warten sollten. Allen Schwierigkeiten zum Trotz ist es euch durch euer Engagement in den Vereinen gelungen, eine Vielzahl von Menschen neu zu motivieren und eure Angebote wieder stattfinden zu lassen. Aus unserer Sicht eine Herkulesaufgabe, die ihr hervorragend gemeistert habt.
Die Mitarbeitenden unserer Geschäftsstelle haben versucht, euch bei dieser Arbeit zu unterstützen und ansprechbar zu sein. Gerade in den Bereichen Qualifizierung und Anerkennung, aber auch im Bereich Sportorganisation hatten alle stets im Blick, den Bedarfen der Vereine gerecht zu werden. Auch wenn es uns sicherlich nicht immer gelungen ist, gilt auch unseren Mitarbeitenden der Dank des gesamten Vorstands, gerade für die Zeit, nachdem der Sportbetrieb wieder aufgenommen wurde.
Nach wie vor stehen wir mit dem Landessportbund NRW und der Politik im regelmäßigen Austausch, um über die Entwicklungen in den Vereinen des BRSNW zu berichten. Gemeinsam mit dem LSB NRW informieren wir auch weiterhin in unseren Corona Updates, insbesondere zu Fragen im Rehabilitationssport.
Digitalisierung
Wie viele Vereine haben auch wir die Digitalisierung weiter vorangetrieben. So konnten wir wie vom Gesetzgeber gefordert den Wechsel vieler Mitarbeitenden der Geschäftsstelle in „ihr“ mobiles Büro umsetzen, ohne dass es zu Einschränkungen unserer Leistungen für euch kam.
Arbeiten aus dem Home-Office, Online-Unterricht, virtuelle Seminare, Sitzungen und Konferenzen waren kreative Lösungen, ´mit denen es gelang, viele Prozesse ohne Ansteckungsgefahr am Laufen zu halten. Gut, dass der BRSNW in den vergangenen Jahren bereits viel in die Weiterentwicklung der digitalen Strukturen investiert hat. Dies erleichterte uns, euch/Ihnen auch in der Krise als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Solidarität verbindet
Besonders hart hat es die Vereine getroffen, die durch die Überschwemmungen Mitte des Jahres zusätzlich existenziell bedroht wurden. Neben den zu beklagenden Toten, den Zerstörungen an Gebäuden und der Infrastruktur gab es für viele Vereine über Monate und teilweise auch über das Jahr hinaus keine Möglichkeit mehr, den Sportbetrieb überhaupt wieder aufzunehmen. Auch wenn das Land NRW über der Landessportbund hier Hilfen zur Verfügung gestellt hat, sind die Herausforderungen für diese Vereine weiterhin riesig.
Um dies alles bewältigen zu können, bedarf es der Solidarität und des Zusammenwirkens vor Ort, aber auch landesweit. Dies haben nicht nur die vielen Freiwilligen gezeigt, die sich an den notwendigen Aufräumarbeiten im Nachgang der Überflutungen beteiligt haben, sondern auch die Hilfen zahlreicher Vereine untereinander, um sich gegenseitig zu unterstützen. Dabei hat der LSB NRW in Abstimmung mit der Landesregierung eine wichtige Rolle in der Koordination, übernommen und u.a. im Überschwemmungsbüro eine Beratungsstelle eingerichtet, um so direkt ansprechbar zu sein und zielgerichtet unterstützen zu können.
Auch wenn die Pandemie und die Überflutungen uns das ganze vergangene Jahr sehr eingenommen haben, gab es auch wichtige Sportereignisse, positive Entwicklungen und personelle Veränderungen, die ich nicht unerwähnt lassen möchte.
Positive Entwicklungen und Ereignisse
Das sicherlich größte sportliche Ereignis 2021 waren die Paralympischen Spiele in Tokio. Pandemiebedingt mussten die Spiele um ein Jahr verschoben werden, was für unsere Athlet*innen ein enormer Kraftakt war. Am Ende holten unsere Athlet*innen 18 Medaillen (6 x Gold, 7 x Silber, 4 x Bronze) und auch auf den weiteren Platzierungen konnte wir uns über die hervorragenden Leistungen vieler NRW-Athlet*innen freuen. Allen Aktiven und allen, die zu diesen Erfolgen beigetragen haben, sagen wir nochmals herzlichen Dank.
Wir werden uns auf den Erfolgen aber nicht ausruhen, sondern uns weiterhin intensiv um Nachwuchssichtung und -förderung im paralympischen Sport kümmern. 2019 haben wir die bundesweit erste Stelle eines Talentscouts für den paralympischen Sport geschaffen.
Schon in der kurzen Zeitspanne seitdem konnten acht neue Athlet*innen für den Landeskader und sieben Athlet*innen für das Talentteam 2022 gesichtet werden.
Strukturell ist es uns in diesem Jahr damit gelungen, dass in allen sechs Schwerpunktsporten für den Zyklus 2022-2024 jeweils ein Landesstützpunkt durch die Staatskanzlei und den Landessport NRW anerkannt wurde. Der neue Landesstützpunkt Para Rudern, für den gemeinsam mit der Kämpgen Stiftung zwei Anfängerboote angeschafft wurden, ist im Oktober eingeweiht worden. Auch diese positiven Entwicklungen sind der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und der Politik in unserem Land zu verdanken.
Breitensport
Trotz aller Schwierigkeiten im Bereich Breitensport, den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen und sich auf sportliche Wettbewerbe intensiv vorzubereiten, ist es trotzdem gelungen wieder Meisterschaften durchzuführen. So fanden im Sommer die Landesmeisterschaft Kegeln in Gütersloh und im Herbst die Bezirksmeisterschaft Bogensport (Halle) in Hamm statt. Ein weiteres sportliches Highlight war der BRSNW-Cup Schwimmen in Remscheid im September.
Kinder und Jugend
Unsere KiJu hat auch in diesem Jahr wieder die Kalendrina 2022 unter dem Motto „Lebe jetzt“ fertig gestellt. Auch in diesem Fall konnten wir uns erneut auf die Partnerschaft mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen und dem LSB NRW verlassen, die dieses Projekt möglich macht. Der erfolgreiche Kalender wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, und so verwundert es auch nicht, dass diese Ausgabe wieder schnell vergriffen war. Neben anderen Aktivitäten der KiJu möchte ich die Arbeit im Rahmen des Vereinsentwicklungsprojekts „Zeig dein Profil“ erwähnen. Mit dessen Hilfe können Vereine ihre eigenen Angebote und Strukturen im Kinder- und Jugendbereich reflektieren, sie visuell darstellen und daraus Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung entwickeln. Ein tolles Angebot, das einen wichtigen Beitrag zu einer Profilschärfung im eigenen Verein leisten kann.
Veranstaltungen und Auszeichnungen
Bedingt durch die zu Beginn des Jahres noch bestehenden Kontaktbeschränkungen, musste leider die Ehrung der Gewinner unseres Wettbewerbs „Behindertensportverein des Jahres“ aus dem Jahr 2020 mehrfach verschoben werden. Da die REHACARE der Messe Düsseldorf im letzten und auch in diesem Jahr leider nicht stattfinden konnte, haben wir uns in Absprache mit unseren Partnern des Wettbewerbs (der Staatskanzlei NRW, WestLotto, den Apothekerverbänden und -kammern in NRW, sowie der Messe Düsseldorf) dazu entschieden, die ausgezeichneten Vereine zu besuchen. Durch diese „Notlösung“ konnten wir einen tollen Einblick in die hervorragende und vielfältige Vereinsarbeit vor Ort gewinnen. Wir hoffen, dass andere Vereine sich durch diese Beispiele ermutigt fühlen, sich ebenfalls für diese Auszeichnung im kommenden Jahr zu bewerben, um so ihre Arbeit einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Ebenso sind Sportler*innen aus dem BRSNW für ihr Engagement oder ihre Leistung im Jahr 2021 ausgezeichnet worden. So erhielt beispielsweise Dr. Wolfgang Janko, Vositzender Judo, die Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Sportplakette würdigt das nachhaltige Engagement von Menschen im Sport, auf das wir Vereine angewiesen sind. Para Tischtennisspieler Valentin Baus wurde für seinen Erfolg bei den Paralympischen Spielen in Tokio zum „Para-Sportler des Jahres 2021“ gewählt und ausgezeichnet.
Besondere Menschen und Partner
Wie in jedem Jahr gib es auch dieses Mal wieder einzelne Menschen, die es besonders zu erwähnen gilt, weil sie sich im Sport von Menschen mit Behinderung über viele Jahre hauptberuflich engagiert und ihre Funktionen nun abgegeben haben. In diesem Jahr ist Jürgen Brüggemann, der unseren Sport als Geschäftsführer der Sportstiftung NRW jahrelang begleitet und wesentlich gefördert hat, in den Ruhestand verabschiedet worden. Zum Ende des Jahres wird auch Ludger Elling seine hauptberufliche Arbeit als Geschäftsführer der DBS-Akademie niederlegen und in den Ruhestand gehen. Durch seine verschiedenen Funktionen im BRSNW ist Ludger vielen bekannt und wir freuen uns, dass er uns auch weiterhin als stellv. Vorsitzender unseres Verbandes begleitet.
Auch in diesem Jahr möchte ich wieder unseren vielen langjährigen Partnern und Förderern, der Landesregierung, den Stiftungen und Institutionen, Vereinigungen und Wirtschaftsunternehmen danken, die sich an vielen Planungen beteiligt und Unterstützung zugesagt haben, auch wenn wieder vieles nicht umgesetzt werden konnte.
Ausblick 2022
Für das nächste Jahr möchte ich schon zwei Termine ankündigen, die für uns als Verband sehr wichtig sind. Für den 07. Mai 2022 laden wir alle Jugendvertreter*innen aus den BRSNW Mitgliedsvereinen zur Vollversammlung der KiJu BRSNW in der Jugendherberge im Sportpark Wedau ein. Am 12. November 2022 findet dann unser Verbandstag im Festspielhaus in Recklinghausen statt. Dort werden 200 Delegierte der Bezirke, die Mitglieder des Hauptvorstands und die Ehrenmitglieder zusammenkommen, um die Weichen für die weitere Entwicklung des Verbandes zu stellen und dafür auch einen Vorstand zu wählen. Zu Vorbereitung darauf ist es besonders wichtig, dass ihr euch an den Bezirksversammlungen im nächsten Jahr aktiv beteiligt. Dort werden die Delegierten gewählt werden, die die Bezirke als ihre Entscheidungsträger zum Verbandstag entsenden. Nur durch intensive Diskussionen vorab, an denen sich möglichst alle beteiligen, können wir im BRSNW auf die vielfältigen Bedarfe und Anregungen unserer Vereine eingehen. Die Termine der einzelnen Bezirksversammlungen dazu werden noch frühzeitig bekannt gegeben.
Ihnen/Euch, allen Mitgliedern der Vereine, Angehörigen und Freunden wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches, zufriedenes Jahr 2022 bei bester Gesundheit. Ich freue mich darauf, viele von Ihnen/euch bald auch wieder persönlich zu treffen und dass wir auch im kommenden Jahr gemeinsam „aktiv dabei“ sein können.
Ihr/euer
Reinhard Schneider
(Vorsitzender des BRSNW)