Happ und Bauernschmidt starten bei WM im Para Kanu

Im ungarischen Szeged wird vom 21. bis 24. August 2019 die Weltmeisterschaft im Para Kanu ausgetragen. Die NRW-Kanuten Peter Happ und Katharina Bauernschmidt streben nach Bestleistungen auf dem Wasser.

© Christel Schlisio

© Christel Schlisio

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Im Leistungszentrum Kienbaum hat sich die Para Kanu Nationalmannschaft auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet. Mit dabei: Peter Happ vom VfK Wuppertal und Katharina Bauernschmidt von Bertasee Duisburg. Beide wollen ab dem kommenden Mittwoch Quotenplätze bei den Weltmeisterschaften im Para Kanu in Ungarn erringen.

Peter Happ geht als amtierender Weltmeister an den Start. Vor einem Jahr feierte er den Gewinn der Goldmedaille vor einem Jahr bei der WM in Portugal. Da in seiner Startklasse weltweit die Konkurrenz immer größer wird, sagt der 45-jährige: „Seit zwei Monaten kann ich wieder Beschwerdefrei trainieren, und da erhoffe ich mir schon einen Podiumsplatz in Szeged.“

Nach einer durchaus erfolgreichen Saison 2018 sieht auch Katharina Bauernschmidt Chancen für sich, in Szeged einen Quotenplatz zu erringen. Die Rollstuhlfahrerin startet in der einzigen paralympischen Va´a Klasse der Frauen, der Vl 2. Die 29-jährige sagt zu ihren Chancen: „Da ich in dieser Saison immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, kommt einiges auf meine persönliche Verfassung vor Ort an. Ich erwarte, durch meine gute Technik das kompensieren zu können.“ Emma Woods, Großbritannien, die erfolgreichste Para Kanutin weltweit, ist in dieser Startklasse die klare Favoritin.

Die Kanuten, die in den paralympischen Disziplinen bei den Weltmeisterschaften in Szeged an den Start gehen werden, haben ihren Fokus nicht nur auf dem erfolgreichen Abschneiden dort, sondern schauen schon auf die Paralympics in Tokio 2020. Denn in Szeged werden die ersten Plätze für Tokio vergeben.

Die Rennen der Para Kanuten beginnen am Mittwoch, 21.August. Dann stehen ab 17:40 Uhr gleich die Endläufe in der Vl 1 der Damen und Herren, sowie der Damen in der Vl 3 an.

Das Programm findet sich unter szeged2019.com/programme/. Es ist auch live stream für einige Rennen geplant.

Wusstet ihr schon?

Paracanoe (Para Kanu oder Paracanoeing) ist die Bezeichnung einer Kanusport-Disziplin für Menschen mit Behinderung. Auch das verwendete Sportgerät, ein speziell angepasstes Rennkanu, wird als Para Kanu bezeichnet.

Im Jahr 2009 wurden in Dartmouth (Kanada) erstmals im Rahmen der Kanurennsport-Weltmeisterschaften Demonstrationsrennen im Para Kanu durchgeführt. Daran nahmen Teilnehmer aus elf Nationen teil. 2010 wurde es eine offizielle WM-Sportart mit 28 Nationen. Seit 2009 gibt es ebenfalls Parakanu-Europameisterschaften.

Zu den Sommer-Paralympics 2016 in Rio de Janeiro wurde Para Kanu auch in das Programm der Paralympischen Spiele aufgenommen. Die Wettkämpfe werden nach (angepassten) Regeln des Kanurennsports über eine Distanz von 200 m in festen Bahnen ausgetragen. Die Einteilung der Wettkampfklassen erfolgt nach Bewegungsfähigkeit von Beinen (L für leg), Armen (A für arm) und des Rumpfes (T für trunk). Es werden Einerkajaks (K1) und Auslegerkanus (Va’as/V1) verwendet. Für jeden Parakanu-Sportler wird der Sitz und teilweise auch das Paddel individuell angepasst. Hierfür gibt es eine Reihe spezialisierter Hersteller.

Der Internationale Kanuverband (ICF) forcierte seit den 2000er-Jahren im Rahmen seines Programmes Sports For All (Sport für alle) seine Bemühungen um die Integration von Menschen mit Behinderung. Anders als in anderen Sportarten wurde dabei das Konzept verfolgt, die Wettkämpfe gemeinsam mit denen für Nicht-Behinderte auszurichten, was für die Ausrichter eine besondere Herausforderung darstellte (und darstellt), da ein barrierefreier Zugang zu wesentlichen Funktionsbereichen der Regattabahn sichergestellt werden muss.

Die deutschen Para Kanu-Sportler*innen sind im Deutschen Kanu-Verband (DKV) organisiert. Viele Vereine des DKV bieten inzwischen Para-Kanu-Sport an. Seit 2011 werden die Deutschen Meister im Para Kanu im Rahmen der Deutschen Kanurennsport-Meisterschaften gemeinsam mit den nicht-behinderten Sportlern ermittelt.